Die Zukunft des kulturellen Erlebnisses: Fünf Erkenntnisse von der Experience 2031
„Technologie ist das Fundament. Emotion ist das Limit.“ Wohin sich der Sektor nach Ansicht von vier führenden Köpfen aus der Kulturszene in den nächsten fünf Jahren entwickeln wird.

Martin Jefferies
Leiter Marketing und CRM
4 Min. Lesezeit
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Fotos von George Bolbasis
Letzte Woche trafen sich in Athen vier der versiertesten Köpfe des Kultursektors, um eine scheinbar einfache Frage zu beantworten: Wie wird sich der Besuch eines Museums, einer Galerie oder eines Kulturortes im Jahr 2031 anfühlen?
Die vom Smartify-CEO Thanos Kokkiniotis moderierte Podiumsdiskussion auf dem Panathēnea-Festival fand in der Basil & Elise Goulandris Foundation statt und wurde von Metavallon VC organisiert. Sie brachte folgende Experten zusammen:
Kati Price vom V&A;
Elly Andrianopoulou vom Stavros Niarchos Foundation Cultural Center (SNFCC);
Sakis Tanimanidis, Unternehmer, Moderator und Mitbegründer des Paradox Museum; und
Epaminondas Christophilopoulos von MOMus und dem UNESCO-Lehrstuhl für Zukunftsforschung.
Das Gespräch war breit gefächert, aber es kristallisierten sich fünf Kernideen heraus.

1. An die Technologie wird man sich nicht erinnern
Sakis Tanimanidis brachte es am treffendsten auf den Punkt: „Technologie ist das Fundament, aber die Emotion bleibt die Krönung.“
Wenn man sich die meistbesuchten Orte der Welt ansieht – den Louvre, den Vatikan, die Akropolis –, dann verlassen sie sich nicht auf KI, sondern rein auf Tiefe, Geschichte und Gefühl.
Technologie wird sich weiter verbessern und das ist wichtig. Doch sie funktioniert am besten als Infrastruktur, die den Besuch unaufdringlich bereichert: nahtloses WLAN, reibungsloser Einlass, intuitiver Zugang zu Informationen.
2. Besucher wollen das Steuer selbst in der Hand haben
Sowohl Elly Andrianopoulou als auch Kati Price beschrieben dieselbe Entwicklung: Besucher im Jahr 2031 wollen keine passiven Konsumenten eines kuratierten Erlebnisses mehr sein. Sie erwarten Selbstbestimmung: Werkzeuge, um sich zu ihren eigenen Bedingungen zu bewegen, das zu erkunden, was sie interessiert, und selbst zu gestalten, statt nur zu empfangen.
Ellys Beispiel war anschaulich: Der SNFCC-Park beherbergt 400 Pflanzenarten. Ein Besucher mit Interesse an Botanik sollte nicht auf eine geplante Führung warten müssen, um mehr über sie zu erfahren. Die Technologie, die ein solches selbstgesteuertes Entdecken ermöglicht, existiert bereits. Es braucht nur noch den Willen, das Steuer aus der Hand zu geben.
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3. Kultur als Ort des Wohlbefindens
„Ich denke, dass die Menschen in Zukunft verstärkt Museen und Kultureinrichtungen aufsuchen werden, um Trost, Entspannung und Erholung zu finden“, sagte Kati.
Der Druck, unter dem die Menschen heute stehen – wie Einsamkeit, digitale Erschöpfung und Klimaangst –, ist real. Kulturräume sind bestens aufgestellt, um dem etwas entgegenzusetzen.
Die Daten bestätigen dies. Das SNFCC gab beispielsweise eine Studie darüber in Auftrag, was Menschen im Alter brauchen. Die Antwort Nummer eins war nicht Programm, Inhalt oder Bildung; es war Verbundenheit.

4. Ein herzlicher Empfang ist kein Zufall
Die Erweiterung des V&A zu einer Familie von verschiedenen Kulturorten warf eine Frage auf, die viele Institutionen lieber meiden: Was genau meinen wir mit einem guten Besuchererlebnis, und gestalten wir es auch aktiv?
Kati drückte es so aus: „Man darf sich nicht auf das institutionelle Gespür verlassen, was funktioniert und was einen guten Empfang ausmacht. Man muss es ganz bewusst gestalten.“
Die Lösung des V&A war der Aufbau gemeinsamer Servicestandards von Grund auf. Diese Prinzipien wurden nicht von der Geschäftsführung vorgegeben, sondern gemeinsam mit den Menschen entwickelt, die das Erlebnis tagtäglich vermitteln: mit dem Sicherheitspersonal, den Teams am Empfang und den Kollegen, die für die Besucherbetreuung zuständig sind. Zudem basierten sie auf Fakten: Wer im Flaggschiff-Museum in South Kensington am meisten Orientierungsprobleme hatte und warum.
Elly fügte eine unbequeme Wahrheit hinzu: Je größer eine Organisation wird, desto schwieriger wird die Einheitlichkeit. Man kann Prozesse dokumentieren, aber Kultur – also das, was passiert, wenn niemand hinsieht – ist etwas anderes und lässt sich nicht automatisch skalieren.

5. Daten sind Erkenntnisse, keine Berichte
Der vielleicht praktischste Teil des Gesprächs drehte sich um die Frage, wie Kultureinrichtungen Daten nutzen.
Elly beschrieb eine ehrliche Ausgangslage, die vielen Organisationen vertraut sein dürfte: Daten überall, nichts davon verknüpft, Entscheidungen aus dem Bauch heraus. Das SNFCC reagierte darauf mit dem Aufbau eines einheitlichen Daten-Ökosystems: einer einzigen, organisationsweit zugänglichen Datenquelle, die in der Lage ist, echte Erkenntnisse anstelle von reinen Dashboards zu liefern.
Kati erklärte das Ziel ganz deutlich: der Übergang von Daten als Berichterstattung hin zu Daten als operative Erkenntnisquelle. Man muss Nicht-Besucher ebenso verstehen wie Besucher und diese Erkenntnisse nutzen, um Entscheidungen über das Besuchserlebnis zu treffen.
Wir tragen alles, was wir auf der Podiumsdiskussion gelernt haben, in einem kurzen Bericht zusammen – einschließlich der Plattform-Perspektive von Smartify und fünf Fragen, die sich unserer Meinung nach jede Institution jetzt stellen sollte, um sich auf die nächsten fünf Jahre vorzubereiten.
Der Bericht 2031: Wie sich Kultureinrichtungen auf die nächste Generation von Besuchern vorbereiten. Melden Sie sich hier an, um den Bericht zu erhalten, sobald er fertig ist.

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